Zander angeln, Frisch gegen Konserviert

Wie so häufig schon in meinem Leben schlender ich mal wieder durch den Angelladen und inspiziere die Regale nach brauchbaren und nützlichem. Mein Blick fällt auf ein Glas mit konservierten Köderfischen. Es ist nicht das erste mal das ich ein solches Glas sehe, doch dieses mal werde ich es tun und packe das Glas ein. Es soll satte 5 € kosten und ich frage mich wirklich, ob man jemals, auf die bis Konservierte Köderfischeüber alle Flossen in Konservierungsmittel getränkten Fischchen, einen noch lebenden Fisch zum Anbiss überreden kann? Und ich denke die meisten Leser der Angelzeitung wird es auch interessieren! Die Köderfische haben eine Länge von 7-9 cm, so dass sie sich von daher sicherlich am besten für das Aal und Zander Angeln verwenden lassen. So sollte es dann auch ausprobiert werden. In mehreren Nachtsitzungen sollten die kleinen Freunde aus dem Konservierungsmittel zeigen, dass man mit ihnen den einen oder anderen Aal oder Zander zum Anbiss verleiten kann. Da ich selbst doch etwas skeptisch war, was die Fängigkeit betraff, entschloss ich mich die konservierten Fische gegen frische Köderfische antreten zu lassen. Bei den folgenden Testsitzungen haben mich dann entweder Marco oder Olaf begleitet und wahren ihrerseits auch schon gespannt wie die Flitzebogen. Falls es klappen würde, und die Fängigkeit der konservierten Köderfische der von frischen Köderfische in keinster Weise nachstehen würde, könnten wir das leidige Thema des Köderfische besorgen in Zukunft hinter uns lassen. Also hieß das Motto ran an die Zander und Aale! Als Testgewässer sollte eine Teichanlage unseres Vereines herhalten, welche jährlich mit jungen Zandern besetzt wird, so dass es an den Selbigen nicht mangeln sollte. Ich beschloss dann auch alle Testsitzungen, auf Grund der Chancengleichheit, an diesem Gewässer abzuhalten. Da keiner von uns großartig Lust hatte auf Knicklicht oder Leuchtposen zu starren, wollten wir die Köderfische am Laufblei in Verbindung mit kleinen Freilaufrollen und Elektronischen Bissanzeigern fischen. Und so ging es los.
Die erste Sitzung startete ich dann Marco an einem mehr oder weniger schönen Donnerstag im Mai. Am Gewässer angekommen machten wir uns zuerst daran die Gegner für unsere Konservierten Fische zu fangen. In folge der wirklich großen Anzahl an Rotaugen in der Teichanlage, war die erste Aufgabe auch schon nach kurzer Zeit erledigt und es waren genügend Köderfische vorhanden. Also wurden die Ruten beködert und die Fische konnten kommen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit tat sich dann erstmal gar nichts. Als die Sonne dann endgültig untergegangen war folgte der erste Biss und zwar auf einen frischen Köderfisch! Leider brachte der Biss nicht den gewünschten Erfolg, da der Fisch leider nicht gehakt hatte. Okay zwar kein Fisch aber die frischen Köderfische waren mit 1:0 in Führung gegangen. Zander Nachfolgend tat sich wie so oft beim Angeln dann nichts. Bis dann gegen 22.30 Uhr sich der nächste Fisch meldete. Dieses mal hatte ich mehr Glück und der Haken saß. Nach sehr sehr kurzer Gegenwehr war dann auch der erste Zander gelandet. Zwar kein Riese aber ein Zander, und als hätte ich’s fast geahnt, hatte der den frischen Köderfisch genommen.
Also stand es jetzt 2:0. Wir ließen die Rute noch einige Zeit im Wasser aber an diesem Abend konnten wir keinen weiteren Fang mehr verbuchen.
Der nächste Donnerstag kam und Marco ich waren wieder zur Stelle. Zwar nicht an der gleichen Stelle aber am gleichen Gewässer. Also schnellstens ein paar frische Köderfische besorgt, Ruten beködern und die Fische konnten wieder kommen. Und Sie kamen. Der erste Kandidat der nicht wieder stehen konnte war ein 25 cm langer Barsch. Welchen Köder hatte er wohl genommen? Man ahnt es schon. Ja wieder auf einen frischen Köderfisch. Da sag noch einer man würde auf einen toten Köderfisch schlecht Barsche fangen. Na diesen hatte es jedenfalls nicht gestört. Doch das spielt jetzt auch weiter keine Rolle die frischen Köderfische lagen jetzt 3:0 vorne und die Konservierten haben noch nicht einmal einen Biss gebracht. Na ja noch nichts verloren und weiter geht’s. Und es ging weiter. Gerade war es dunkel, da meldete Marcos Bissanzeiger zwei drei kleine Pieper, die im nächsten Augenblick in einen herrlichen Dauerton übergingen. Ran an die Rute – Anschlag und sitzt. Es folgte ein kurzer knackiger Drill an dessen Ende ich dann Marcos Zander Keschern konnte. Zander 5 1/2Pfd Marco war jetzt gerade mit seinem Zander beschäftigt , welcher übrigens gute 5 ½ Pfd auf die Waage brachte, da bekam ich ebenfalls meinen Biss. Auch hier folgte ein kurzer Drill und Marco kescherte einen netten Aal. Na das waren doch mal ein paar Glücksminuten 2 gute Fische innerhalb kürzester Zeit. Aber worauf hatten die beiden Fische wohl gebissen? Genau wieder das Gleiche. Beide hatten den frischen Köderfisch genommen. Nun Stand es 5:0 für die frischen Köderfische und ich hatte jetzt wirklich arge Zweifel an der Fängikeit der Konservierten. Der Rest des Abend bzw. Nacht verlief ergebnislos. Jetzt stand es also 5:0 und ich dachte schon darüber nach im Namen der Konservierten das Handtuch zu schmeißen. Nach zwei Tagen des Nachdenken und nicht wahr haben wollen, sollte nun bei der nächsten Sitzung ein Waller bzw. Aal Lockstoff den Konservierten zum ersten Punkt verhelfen. Beim nächsten mal hatte mich dann Olaf begleitet und wir hofften beide, dass die Waller bzw. Aal-Lockstoffe jetzt das Zünglein an der Waage sein würden. Damit die konservierten Fische den Lockstoff langsam abgeben konnten, habe ich dann eine kleine Menge mit Hilfe einer Einwegspritze in den Fisch injiziert. Der Abend selber brachte dann zwar keinen Fisch aber zwei gute Bisse wovon Olaf dann leider einen Fisch schon nach kurzer Zeit verlor. Aber verdammt noch mal, die Konservierten hatten noch immer keinen Biss gebracht. 7:0 für die frischen Köderfische. Völlig frustriert überhaupt eine meine Ruten mit diesen Dingern zu beködern und dabei eventuell auf den ein oder anderen guten Fisch zu verzichten wollte ich dann die Flinte endgültig ins Korn werfen. Na ok ich habe Biss und die Konservierten bekamen ihre letzte Chance. Auch dieses mal war Olaf mit von der Partie. Die dann auch schon nach kurzer Zeit das endgültige aus der Konservierten bedeuten sollten. Denn es kam wie es kommen musste. Der nächste Biss kam und zwar wieder auf einen frischen Köderfisch. Wir konnten diesen Fisch zwar nicht landen aber es langte ab diesen Dingern!
Als abschließendes Fazit kann man nur sagen, dass die konservierten Köderfische während aller 4 Angelsitzungen nicht einmal einen Biss gebracht haben. Selbst die im Gewässer nicht zu knapp vertretenen Wollhandkrabben haben diese Fische nicht angefasst. Wer diese nette Krabbenart kennt, weiß dass sie sich eigentlich über fast jede Art von Angelköder stürzen. Mit Ausnahme von dieser! Wir können von diesem Kauf also nur abraten. 5 € für einen Angelköder der anscheinend nicht einen Fisch bringt, ist definitiv sein Geld nicht wert.
Die konservierten Köderfische am Spinnsystem anzubieten wurde jetzt nicht ausprobiert. Eventuell eignen sie sich ja hierfür? Aber ganz ehrlich wir werden sie nicht mehr benutzen und Ihnen sicherlich nicht empfehlen!